Die Sache mit dem "Untendrunter"


Ein gutes Pad ist ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand. Doch was macht ein gutes Pad aus?

 

Schnitt:
Ein Pad sollte unbedingt eine anatomische Form haben. Das heißt, es sollte der Rückenform des Pferdes vom 1. Tag an entsprechen. Ein gerade geschnittenes Pad kann gerade im Bereich des Widerrist und im Lendenwirbelbereich zu ungewollten Druck führen.

 

Größe:

Das Pad sollte das Pferd nicht "zudecken". Es sollte rund um den Sattel ca. 4 - 5 cm größer sein. Zu große Pads behindern, gerade im Sommer, die Kühlung der Pferderückens. Die Form wird in der Regel von der Form des Sattels bestimmt.

 

Material:

Als Material eignen sich hauptsächlich Naturfasern (Ausnahme Kodel). Hier sind neben Baumwolle (wird eher selten bei Westernpads verwendet) derzeit hauptsächlich Lammfell und Filz sehr beliebt.

  • Lammfell/Schaffell: Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass es sich um sog. medizinisch gegerbte Fell handelt. Diese erkennt man in der Regel an ihrer goldgelben Farbe. Das Lammfell hat eine klimaregulierende und antibakterielle Wirkung und wird daher im humanbereich auch auf Neugeborenenstationen in Krankenhäusern eingesetzt. (Auf Grund dieser Klimaregulierung kann ein Schaffell übrigens auch im Sommer auf dem Sattel als Sitzpolster verwendet werden.) Bei chromgegerbten Fellen besteht die Gefahr, dass dieseAllergien auslösen. Daher sind diese als Sattelunterlage nicht geeignet.

  Gerade bei Lammfellpads sollte immer auf eine Variante mit Einlagen aus Filz oder 

  Memoryschaum zurückgegriffen werden, da ein reines Lammfell von der Polsterung her

  zu dünn ist

  • Filz: Nach einiger Zeit in der "Verbannung" erfreut sich Filz in seit neuestem wieder großer Beliebtheit. Und das mit guten Grund, bietet er doch sehr gute druckdämpfende Eigenschaften und eine gute Anpassbarkeit an den Pferderücken. Filz wird in der Regel aus Tierhaaren hergestellt. Es gibt zum einen sogenannten Haarfilz. Ein sehr hochwertiger Filz aus glatten Haaren (z. B. Kaninchen), er würde früher auch für die Herstellung von Zylindern genutzt. Eine weitere, gängige Variante ist der Wollfilz, hier sind krause Tierhaare (z. B. Schaf- oder Schurwolle) das Ausgangsmaterial. Auch beim Wollfilz gibt es qualitative Unterschiede, abhängig vom Anteil neuer Wolle im Vergleich zur genutzten Receycling-Wolle (Wollreste aus anderen Industriebereichen).

  Viele Pads haben hier ein Verhältnis von 55:45 Prozent, hochwertige ein Verhältnis von

  92:8 oder 98:2 Prozent (dadurch sind auch die oft gravierenden Preisunterschiede zu

  erklären). Leider heißen alle Varianten 100% Wollfilz.

 

  Auch Kunstfasern kommen zur Filzproduktion genutzt werden. Hier kommen, auf Grund 

  ihrer Beschaffenheit aber Bindemittel zum Einsatz (Haar- und Wollfilz wird im Gegensatz

  dazu gewalkt, wodurch die Fasern sich zu einem stabilen Vlies verketten.)

  • Kodelvlies: Kodel ist eine Kunstfaser, die in der Lage ist Feuchtigkeit (Schweiß) zwischen den Fasern einzulagern. Darum trocknet dieses Material auch relativ schnell. Die meisten Kodellpads werden auch mit Einlagen geliefert, um eine ausreichende Dämpfung zu erhalten.

  Wichtig bei Einlagen: Diese sollten immer von der Form her wie das Pad, also anatomisch

  geformt sein. Gerade geschnittene Inlays erzeugen Kanten, die für das Pferd sehr

  unangenehm sein können.

  • Künstliche Materialien wie Neopren, Polyester oder Acrylfasern zeichnen sich dadurch aus, dass sie keinen Schweiß binden oder weiterleiten. Sie bilden eine "Dampfsperre" und sind deshalb als Sattelunterlage eher ungeeignet.

Auch Showpads sollten anatomisch geformt sein,

um ungewollten Druck zu vermeiden.

Dicke:

Meistens hat man nur bei den Filzpads die Möglichkeit die Dicke des Pads zu beeinflussen. Folgende Stärken sind auf dem Markt:

  • 1/2 Zoll (ca. 1,2 cm): Eher eine Unterlage für Showblankets und nicht für längere Ritte geeignet.
  • 3/4 Zoll (ca.2 cm): Gutes Allround-Pad für gut sitzende Sättel, mit der Option ein Blanket zu nutzen.
  • 7/8 Zoll (ca. 2,2 cm): Dies Dicke ist eher selten zu finden, eignet sich aber gut für den täglichen Gebrauch, Ausritte oder Training.
  • 1 Zoll (ca. 2,5 cm): Extra dickes Pad, gut für Rancharbeiten, Jungpferde starten oder lange Touren mit viel Gepäck.
  • 1 1/8 Zoll (ca. 3,1 cm): Diese Pads sind für besondere Disziplinen wie Calfroping oder Steer stopping gedacht, was in Deutschland doch eher selten betrieben wird.

Hier ein Beispiel für ein Pad aus Wollfilz mit einer

Dicke von 1 Zoll (ca. 2,5 cm)

Die Auswahl der Sattelunterlage sollte gut durchdacht sein, da sie auf dem Pferderücken eine wichtige Aufgabe übernimmt. Auch kann sie die Passform des Sattels beeinflussen. So kann es gerade bei eher schmalen Pferden mit steilerer Schulter passieren, dass ein entsprechend schmaler Sattel mit einem sehr dicken Pad dazu führt, das der Bereich der Schulter bzw. des Widerrist gequetscht wird. Von daher gillt hier nicht automatisch "vvel hilft viel".

 

Sollten Sie Fragen zu Sattelunterlagen haben, so können Sie mich gerne kontaktieren.