Die Sache mit den Sattelbäumen


Immer wieder hört man Aussagen wie... "ein echter Westernsattel muss einen Holzbaum haben". Ist das wirklich so oder gibt es heute Alternativen dazu?

 

Ich würde das ganz deutlich mit einem Ja beantworten, denn... die Aufgabe eines Sattelbaumes ist es das Gewicht von Reiter und Ausrüstung auf eine größtmögliche Fläche verteilen. Ist es dafür wichtig, aus welchem Material er gemacht ist?

 

Schauen wir uns den Aufbau eines klassischen Holzsattelbaumes einmal an. Die Bäume werden aus den einzelnen Komponenten für die Bars, Fork und Cantle zusammen gesetzt und dann (je nach Qualität) in Rohhaut eingefasst oder mit Glasfaser überzogen wird.

Es gibt einige Baumhersteller in den USA, die für die gute Qualität Ihrer Bäume bekannt sind (z. B. Rod Nikkel). Die Rohhaut wird nass über den Baum gezogen und vernäht und schruft dann beim trocknen zusammen. Da liegt auch ein wenig die Gefahr, weil die Rohhaut sich mit sehr Druck zusammen zieht und unter Umständen das Holz verziehen kann.

 

Ich persönlich habe mich dafür entschieden, zwei andere Varianten in meine Neusättel verbauen zu lassen.

 

Die eine ist der seit langer Zeit bekannte Equiflex-Baum von HiTack & Saddles, der schon viele Jahre erfolgreich in Deutschland im EInsatz ist.

Der Hauptaugenmerk wird hier zwar immer auf die "angebliche" Flexibilität gelegt - man sagt, der Baum würde im sich den Bewegungen des Pferdes anpassen - was zum einen nicht unbedingt stimmt und zum anderen für mich nicht der entscheidende Grund ist.

 

Für mich ist viel entscheidender, dass diese Bäume in Zusammenarbeit mit dem Hersteller an Hand einer EQUIscan-Messung an die Bedürfnisse des Pferdes angepasst werden können. Durch eine Veränderung der Fork, durch eine Formveränderung der Foundation oder durch die Verwendung von Lederkeilen können so viele verschiedene Passformen kreiert werden. Damit ist fast jedes Pferd zu besatteln.

 

Die andere Variante ist die Verwendung eines EQUIscan Holzsattelbaumes.

 

Sie werden in die Sättel von Top Saddlemaker einegbaut und es gibt hier zwei Wahlmöglichkeiten. Zum einen gibt es die sog. standartisierten Bäume die bereits vorproduziert sind. Sie sind hauptsächlich für breitere Pferde mit mehr Schwung und werden dann nachträglich an Hand einer Vermessung an das Pferd angepasst.

 

Die zweite Möglichkeit -und die wie ich finde, wesentlich interessantere- ist den Baum maßfertigen zu lassen. Hierbei wird der Sattelbaum speziell für Ihr Pferd hergestellt und aus einem Block schichtverleimten Holz herausgefräst. Für diese Blöcke kommt Weymouthskiefernholz zum Einsatz, welches durch Birke-Multiplexplatten an den beanspruchten Stellen verstärkt wird.

Dadurch, dass diese Bäume maßgefertigt werden, kann gezielt auf die Wünsche des Kunden bezüglich Sitzgröße, Cantlehöhe und -winkel und natürlich auf die Notwendigkeiten für das Pferd eingegangen werden. Besser geht es eigentlich nicht mehr.

 

Egal für welches Material man sich auch entscheidet, entscheidend ist die Passform und nicht das Material.

 

Sollten Sie weitere Fragen zu den Sattelbäumen haben, so können Sie mich gerne kontaktieren.