Does & don'ts


Hier finden Sie ein paar Tips rund um das Thema Westernsattel.


Sattelposition auf dem Pferd:

Oft ein Grund für Diskussionen, die richtige Position ders Sattels auf dem Pferd. Hierzu ist ganz klar zu sagen: der Sattelbaum gehört NICHT auf die Schulter!

 

Die Spitzen der Bars (der Anfang des Sattelbaumes) sollen hinter dem Schulterblatt liegen.

 

Wird der Sattel(baum) zu weit vorne platziert, wird er die Bewegungsfreiheit der Schulter einschränken, kann zu muskulären Problemen und sogar zu Entzündungen führen (z. B. Knochenhautentzündung, durch den immer wiederkehrenden Druck kann es zu schmerzhaften Reizungen der Knochenhaut des Schulterblattes kommen)

 

Und wir reden hier über den Sattelbaum (auf der Unterseite sind die Bartips in der Regel gut zu ertasten) und nicht über das Leder der Skirts! Das darf durchaus auf bzw. über der Schulter liegen.

 

                        In rot ist hier der Verlauf des Schulterblattknorpels eingezeichnet, in blau der Verlauf des Sattelbaumes.

 

Länge des Sattels:

Auch hier ist der Sattelbaum ausschlaggebend, nicht das Leder der Skirts.

 

Der Punkt nach dem wir uns hier richten, ist der 18. Brustwirbel. Über diesen Punkt hinaus sollte der Sattelbaum keinen Druck mehr auf den Pferderücken bringen. Das bedeutet NICHT, dass der Baum vor dem 18. Brustwirbel enden muss, sondern lediglich, dass er ab diesem Punkt genügend Freistellung haben muss.

 

Die Skirts sollten von der Länge her das Pferd nicht in der Bewegung einschränken, sie ist aber eher zweitrangig.

 

Hier sind die beiden für die Sattelposition wichtigen Punkte noch einmal eingezeichnet. Zum einen der Schulterblattknorpel, zum anderen der 18. Brustwirbel.

 

Sitztiefpunkt (Schwerpunkt):

Immer wieder hört man "Mein Osteopath/Physiotherapeut hat gesagt, der Schwerpunkt ist viel zu weit hinten." Nun...hier werden ein bisschen Äpfel mit Birnen verglichen. Soll heißen, diese Aussagen werden oft getroffen, wenn ein Westernsattel mit einem klassischen Sattel gleichgesetzt wird. Das funktioniert aber nicht.

 

Klassische Sättel (Dressursättel) sind dafür konzepiert, das Pferd in kurzen Trainingseinheiten in starker Versammlung zu arbeiten. Sie sind eher für einen sportlichen Einsatz entwickelt. Westernsättel sind ursprünglich dafür gebaut, das Pferd über lange Strecken am hingegebenen Zügel zu bewegen. Daher versucht man, das zusätzliche Reitergewicht von der sowieso schon stärker belasteteten Vorhand weg zu bekommen.  Da der Westernsattel eine deutlich größere Auflagefläche hat, kann der Tiefpunkt etwas weiter zurückwandern.

 

Bitte versuchen Sie nicht, einen Sattel "schön zu satteln", in dem Sie den Sattel auf die Schulter legen, um den Tiefpunkt weiter nach vorne zu bekommen.

 

Sitzgröße:

Wie wird die Sitzgröße korrekt gemessen? Anders als beim klassischen Sattel, wird die Sitzgröße in einer geraden Linie von der Innenseite der Fork bis zum Cantle (und hier bis zum Beginn der Polsterung) gemessen. Dieses Ergebnis wird dann durch 2,54 geteilt (1 Zoll = 2,54 cm).

 

Das Maß zwischen diesen beiden Punkten in cm geteilt durch 2,54 ergibt die Sitzgröße in Zoll.

 

Häufig sind besonders die Reiterinnen in viel zu großen Sitzflächen unterwegs. Relativ zierliche Damen werden mit 16 oder gar 17" Sitzen ausgestattet, obwohl sie mit einer 15,5" Sitzfläche völlig zurecht kommen würden. Dies bedeutet aber häufig, dass es für die Reiterin extrem schwer wird, einen guten und zentrierten Sitz zu finden.

 

Ein weiteres Kriterium für den Sitzkomfort ist neben der Größe auch die Sitzausformung. Genauer gesagt, das Build up, der Winkel und der Dish des Cantles.

 

Ein ausgeprägteres Build-up (das Ansteigen des Sitzfläche zur Fork hin) verschiebt den Sitztiefpunkt nach hinten. Ein flacherer Sitz bringt ihn nach vorne.

 

Ein steiler stehendes Cantle macht den Sitz gefühlt "enger",  ein flacheres Cantle gibt dem Reiter mehr Platz, allerdings ist hier die Gefahr größer, auf den Cantlerändern zu sitzen, was auf Dauer sehr unangenehm sein kann.

 

Der Dish (die Aushöhlung des Cantle) entscheidet mit über die Beckenposition des Reiters. Cantles mit wenig Dish richten das Becken mehr auf, mehrl Dish ermöglicht ein leichteres Abkippen im Becken und ist wichtig für die effektive Sitzlänge.

 

Hier wurde auf Kundenwusch ein sehr steiles Cantle verbaut.

 

Longieren mit Sattel:

Eigentlich gibt es kaum Gründe, ein Pferd mit Sattel zu longieren, ausser eine Gewöhnung an den Sattel bei einem Jungpferd und ... Bequemlichkeit.

 

Sollten Sie , aus welchem Grund auch immer, anderer Meinung sein und Ihr Pferd mit Sattel longieren, dann wird sich der Sattel DEUTLICH auf dem Pferderücken bewegen und auf und abschlagen! Das ist völlig normal und hat NICHTS mit der Passform zu tun, sondern mit Physik.

 

Bei den meisten Westernsätteln befindet sich die Gurtung relativ weit vorne. Dazu habe ich vor dem "Drehpunkt" (Gurtung) einen sehr kurzen Überhang und dahinter einen sehr langen. Dazu noch ein relativ geringes Eigengewicht und einen stark bewegten Untergrund. Da bleibt dem Sattel eigentlich nichts anderes über, als zu wippen.

 

Natürlich spielt hier die Gurtungsposition und -art ebenfalls eine wichtige Rolle. Aber tun Sie sich und Ihrem Pferd einfach einen Gefallen und longieren Sie es nicht mit Sattel.0

 

Hier kann man sehr schön die unterschiedlichen Überhänge erkennen.

 

Sattelpflege:

Leder ist ein Naturprodukt und benötigt von Zeit zu Zeit etwas Pflege. Gerade bei Sätteln mit Punzierung kann sich Staub und Dreck in die Vertiefungen setzen. Dieser Staub entzieht dem Leder aber Fett und Feuchtigkeit und bei der nächsten Reinigung werden diese für die Geschmeidigkeit des Leders wichtigen Substanzen mit abgespült.

 

Hier sollte der Sattel in regelmäßigen Abständen (je nach Verschmutzungsgrad) mit entsprechenden Pflegemitteln behandelt werden. Hier eignen sich sehr gut Produkte, die z. B. Bienenwachs enthalten.

 

Bitte hauptsächlich fetten und nicht ölen! Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Sattel muss geölt werden, nutzen Sie hierzu sogenannten Neatsfood oil (Klauenöl). Aber zu viel Öl macht das Leder unnötig weich.

 

Sollten Sie noch weitere Fragen rund um das Thema Sattel haben, schicken Sie mir einfach eine E-Mail.